Die romantische Orgel in der St. Gorgoniuskirche zu Niedernstöcken ist eine pneumatische Taschenladenorgel, die von der Werkstatt Furtwängler & Hammer 1912 in das aus dem Jahre 1843 stammende Gehäuse eingebaut wurde. Das Besondere an dieser Orgel liegt darin, daß sie seit ihrer Erbauungszeit nicht verändert wurde und noch vollständig im Original erhalten ist.
Foto: Manfred Zimmermann / Euromediahouse
Während der letzten fünfzig Jahre war es in Deutschland üblich, baufällig gewordene romantische Orgeln nicht zu erhalten, sondern durch moderne Instrumente oder Nachbauten barocker Vorbilder zu ersetzen. Wenn sie nicht ganz abhanden kamen, wurden diese romantischen Orgeln oft klanglich barockisiert, was vielfach bedeutete, daß die Streicher abgeschnitten und zu hochliegenden Registern umgebaut wurden. |
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Nicht selten wurden die "säuselnden Stimmen" auch ganz entfernt und durch Mixturen ersetzt . Ziel war es dabei, den Klang aufzuhellen und den Klangvorstellungen der Nachkriegszeit anzupassen. Infolge der Orgelbewegung und Wiederbelebung der alten Musizierpraxis galten romantische Orgeln als minderwertig oder nicht mehr zeitgemäß.
Foto: Manfred Zimmermann / Euromediahouse
Erst in den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß es auch im romantischen Orgelbau äußerst erhaltenswerte Instrumente gibt. Im Falle der Niedernstöckener Orgel muß es als besonders glückliches Zusammentreffen gelten, daß - nicht zuletzt durch großes privates Engagement - ein Instrument bewahrt werden konnte, das einen einmaligen Erhaltungszustand und klangliche Authentizität aufweist.
Bei der vorbildlichen Restaurierung im Jahre 2002 durch die Orgelbauwerkstatt Bente gelang es, das Original klanglich und visuell auf hervorragende Weise zu konservieren. Zudem steht das Instrument in einem architektonisch wunderbar geschlossenen Kirchraum, der über eine vorzügliche kammermusikalische Akustik verfügt.
(Begleittext aus dem Beiheft der CD Romantische Orgel Niedernstöcken) |